Paris – eine Stadt, die ihre Geschichte bewahrt hat
Vor wenigen Wochen war ich einmal mehr in Paris. Ich mache dort gern Urlaub. Man kann immer etwas neues entdecken, die Stadt pulsiert förmlich. Man kann ein Metrosystem nutzen, das schon seit Jahrzehnten auf autonome Züge setzt und so einen 2-3 Minutentakt realisiert. Für deutsche Verhältnisse vollkommen futuristisch.
Dieses Mal ist mir aber noch etwas klar geworden, was mich an dieser Stadt so fasziniert: In den vergangenen Jahrhunderten wurde sie nicht einmal zerstört, obwohl sie eigentlich immer im Zentrum stand. Sie hat zwei Weltkriege überstanden, mehrere Revolutionen, totalitär und absolutistisch herrschende Könige und Kaiser und keines dieser Ereignisse hat dazu geführt, dass Paris zerstört wurde. Stattdessen wurde es immer erweitert und umgebaut, stets mit Respekt vor der Vergangenheit.
So entstand eine Stadt, in der man Geschichte tatsächlich erleben kann. Von den römischen Siedlungsresten im Quartier Latin, den mittelalterlichen Bauten auf der Île de la Cité über die königlichen Plätze und klaren Sichtachsen, die unter Louis XIV angelegt wurden bis zu den modernen Bauten von Mitterrand und natürlich Gustave Eiffel.
So sehr ich Hamburg als Stadt, in der ich lebe auch mag, diesen Reichtum an erlebbarer Geschichte kann eine deutsche Stadt, die zuletzt 1945 in Trümmern lag nicht bieten. Aber hoffentlich können wir auch in Deutschland Städte ab sofort bewahren, so dass Menschen in einigen hundert Jahren auch hier eine reiche Geschichte vorfinden.